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The Grove
There and back again

     

Politik

Neulich im Freitag. Uri Averny findet starke Worte, sogar pathetische Worte, um die Relevanz der Wahlen in den USA zu erklären:
"Der Präsident der Vereinigten Staaten ist der König dieses Planeten. Ich lebe auf diesem Planeten. Deshalb geht mich die Wahl des Präsidenten etwas an. Sogar sehr viel. Es gibt keine andere Person auf Erden, deren Entscheidungen solchen Einfluss auf unser Leben haben."
Was folgt ist ein Plädoyer für Barak Obama, aber Averny schließt seinen Artikel mit einer pessimistischen Note:
"Vielleicht werde ich eines Tages jedes Wort bedauern, das ich hier geschrieben habe. Obama könnte sich als Enttäuschung erweisen - sogar als große. Die Zukunft wird es zeigen."
Ich teile seine Skepsis. Auf der einen Seite würden die amerikanischen Wähler, so sie denn Mr Obama wählen, eine ... Reife beweisen, die man ihnen als arroganter Europäer nicht zugetraut hätte. Andererseits ist Senator Obama ein pragmatischer Machtmensch - er muß es sein, weil er es sonst nie so weit im Wahlkampf gebracht hätte. Und er wäre zuallererst Amerikanischer Präsident, was dann vielleicht bedeutet, daß er nicht sofort Frieden bringt, oder dem Kyoto-Abkommen beitritt, den Kohlendioxid-Ausstoß radikal einschränkt, den internationalen Gerichtshof respektiert, den albernen Raketenschild seines Vorgängers abschafft... Die Liste meiner Skepsis ließe sich fortsetzen, aber heute will ich erst einmal hoffen. Auf "Change, we can belive in."

Ein spannender Wahltag, Frau Ypsilanti meistens in Führung, erklärt sich zur Siegerin am Sonntagabend, und dann am Montagmorgen das böse Erwachen: SPD 36.7 %, CDU 36.8 %. Wenn die Linke nur ein paar Zehntel weniger gehabt hätte, wäre Herr Koch weiterhin Ministerpräsident. Ach nein, das bleibt er ja sowieso, da sich Frau Ypsilanti den Weg in eine Rot-Rot-Grüne Koalition verbaut hat. Die Clowns der CDU-Parteispitze und Herr Koch selbst sehen das Zehntel-Prozent als eindeutige Aufforderung zur Regierungsbildung. Inzwischen wird sogar von einer großen Koalition gesprochen. Wie, bitte schön, soll denn das gehen? Soll Herr Koch in die Wüste geschickt werden, wie der Spiegel vermutet, damit die neue Regierung nicht durch seine abgrundtiefe Dummheit seinen xenophoben Populismus beeinträchtigt wird?

Ist Koch jetzt weg, oder bleibt er uns erhalten?

Da könnt' ich grad' verrückt wern!

So wird Hr. Merx von der Bundesdruckerei in der Reisebeilage der BNN von heute zitiert, in einem Artikel, bei dem es die Speicherung von Fingerabdrücken geht.

Ich lasse hier mal alle anderen Aspekte außer Acht, als Physiker sprang mir nur die Sache mit den Quanten sofort ins Auge: Quanten sind ja nun etwas sehr kleines, etwas, was man nicht sehen kann und was auch dem Verständnis nur sehr schwer zugänglich ist.
Wenn die Sicherheit also nur geringfügig erhöht wird, warum lässt man das mit den Fingerabdrücken denn nicht bleiben?

Nachdem nun bei der Berichterstattung über das Erdbeben in Japan von ausgetretenem radioaktivem Wasser die Rede war, frage ich mich, Vattenfall-Kommunikations-geschädigt:
wenn die Presse von "keine Gefahr für die Umwelt" (SZ) sprechen, heißt das, dass es tatsächlich keine Gefahr gab, weil die Verantwortlichen vor Ort die Situation tatsächlich so geschildert haben, wie sie passiert ist, oder bedeutet das, dass die Auswirkungen wesentlich gravierender sind, weil die Betreiber überhaupt zugegeben haben, dass etwas passiert ist und man davon ausgehen muss, dass sie nur das sagen, was unvermeidbar ist?

Bei uns wird morgen lokal gewählt. Und wir dürfen als Europäer auch wählen! Bisher haben sich bei uns mit Wahlwerbung die Konservativen und die Liberaldemokraten vorgestellt. Dann gibt es noch die Labour Party, die British National Party (igitt) und sogar die Grünen, die mit den Tories und den Lib Dems eine Koalition im City Council bilden und mit ihren drei (von insgesamt 99) Abgeordneten an der Regierung beteiligt sind.

Die Themen sind eher ... dörflich. Ungezügelte Zersiedelung der grünen Stadtrandflächen, Verbesserung des lokalen Gesundheitswesens, Verkehrsberuhigung, Erhaltung der Postämter. Die Wahlwerbung, die wir bisher erhalten haben, hat vor allem beklagt, wie sehr die Labourregierung die Stadt heruntergewirtschaftet hat...

Mal sehen, was ich noch über die anderen Parteien im Netz herausfinden kann.

Vorsicht, Rant!

Ich kann es nicht mehr hören. Als vor zwei Jahren die amerikanische Stadt New Orleans von einem Hurricane getroffen, überflutet und größtenteils zuerstört wurde, war der Tenor in den deutschen Zeitungen, daß die arroganten Amerikaner sich das selbst eingebrockt hatten. Immerhin glauben sie nicht an den Klimawandel und weigern sich, Anstrengungen zum Einsparen von Treibhausgasen zu unternehmen. Überhaupt sind sie arrogant, aggressiv und führen einen ungerechtfertigten Krieg in Mesopotamien. Die Antworten amerikanischer Leserbriefschreiber zu diesen gedankenlosen und zynischen Artikeln waren verständlich und zum Teil haßerfüllt.

Vor zwei Tagen erschoß ein Amokläufer aus bisher ungeklärten persönlichen Gründen auf dem Campus der Virginia Tech Uni in Blacksburg 33 Personen. Die (westliche?) Welt ist starr vor Entsetzen - bis heute im Spiegel und anderswo die Diskussion wieder angeheizt wird, wie einfach es doch ist, in den USA eine Schußwaffe zu erwerben. Die Amerikaner sind doch eigentlich selbst schuld, daß so etwas immer wieder bei ihnen passiert. Die Antworten amerikanischer Leserbriefschreiber zu diesen zwar gerechtfertigten aber dennoch gedankenlosen Meinungen waren verständlich... Aber ich wiederhole mich.

Liebe deutsche Journalisten, bitte spart euch doch alle euren Zynismus und eure wohlfeile Meinung über das böse Amerika.


Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, daß einer der Betreuer meiner Doktorarbeit an der Virginia Tech forscht und lehrt und einer meiner Freunde dort studiert hat. New Orleans habe ich zwei Jahre vor Katrina auf einer Tagung besucht - die Stadt war unglaublich kitschig und gleichzeitig anrüchig, ein echtes Disneyworld für Erwachsene, aber dennoch eine schöne, beinahe Europäische Stadt.

Heute in der TAZ

Nur acht Prozent ethnische Minderheiten in Leeds? Insgesamt bestimmt, die Verteilung ist aber ziemlich uneinheitlich. Es gibt Gegenden, in denen man nur Pakistanis oder Inder antrifft - eindeutig ein "Kreuzberg-Effekt"...

Frau Merkel wird also Kanzlerin. Man fragt sich, ob man noch ein paar Jahre mehr im Exil bleiben soll.

Alle reden von Jamaika. Ich habe einen halben Tag gebraucht, bis ich verstanden habe, daß damit eine schwarz-gelb-grüne Koalition gemeint ist. Mal ganz abgesehen davon, daß ich als Grünen-Sympathisant (ich kann mich ja jetzt schlecht als Grünenwähler bezeichnen) voreingenommen bin, kann ich mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Auf der einen Seite "freie Fahrt für die Wirtschaft" auf der anderen Ökosteuer und Umweltauflagen. Hier "die Frau soll heim an den Herd" (Kirchhof leicht paraphrasiert), dort Chancengleichheit und Kitaplätze.

Nun gut, lassen wir sie mal verhandeln. Vielleicht stellen sie ja von selbst fest, daß sie gar nicht so viel verbindet.

Andererseits fände ich es gar nicht so schlecht, wenn mehr Pragmatismus und weniger Lagerdenken in die Politik einziehen würde. Aber würde ich dafür alle meine Ideale und Vorstellungen davon, was "gute" Politik ausmacht aufgeben? Lassen wir uns überraschen.

Bevor ich es vergesse:

Lieber Gerhard, wie war das doch gleich mit "keine stabile Mehrheit im Parlament" und "nicht genug Rückhalt"? Der ganze Sch*** mit dem Miß-Vertrauen? Ich habe nicht das Gefühl, daß die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag sich für dich besonders verbessert hätten. Schon deshalb solltest du dir deine aroganten Auftritte als "Wahlsieger" sparen.

Schönen Gruß,

Stefan

...und ich habe immer noch keine Briefwahlunterlagen. Wird wohl diesmal ohne mich stattfinden. Blöde Meißener Stadtverwaltung.

 

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