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The Grove
There and back again

     
Meine wissenschaftlichen Tätigkeiten beschränken sich derzeit darauf, reviews zu anderer Leute Arbeit zu schreiben. Letztes Beispiel war gerade letzte Woche:

Zwei Autoren hatten einen kurzen Artikel über NMR-Analysen von Phosphaten in Sedimenten bei Journal of Environmental Quality eingereicht und die Editorin hat das Manuskript an mich und wahrscheinlich noch zwei weitere weitergeleitet. Der erste Autor war mir unbekannt, wahrscheinlich ein Doktorand, aber der zweite war ein in diesem Feld bekannter Forscher. Ich habe ein paar seiner Sachen gelesen und hatte den Eindruck, daß er gute Arbeit abliefert.

Das Manuskript, das ich dann auf dem Bildschirm hatte, hat sich aber ganz schnell als sehr schlecht herausgestellt. Der Sprachstil verheerend, die Beschreibung der Experimente unvollständig, die Experimente nicht gut durchdacht, Behauptungen aufgestellt, die nach der Datenlage nicht haltbar waren... Gräßlich. Meine erste Frage war, warum hat die Editorin das an mich weitergeleitet, statt es sofort zurückzuschicken. Dann habe ich mich gefragt, warum der Senior Author so etwas abgesegnet hat. Ich hatte den Eindruck, daß es eine erste Version war, die noch durch den internen Review (Prof, ältere Doktoranden, Post-Docs, etc.) gehen und völlig umgeschrieben werden mußte.

Fazit: Zwei Stunden meiner Zeit verschwendet. Ich habe der Editorin eine genervte e-mail geschrieben, aber sie fand, daß alle Autoren eine faire Chance bekommen sollten. OK, aber wenn man möchte, daß die Peer-Reviewer ihre Zeit opfern, dann sollte man schon eine gewisse Vorauswahl treffen, besonders wenn das Manuskript eindeutig schlecht ist.

 

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